Netzwerktraining: 5. Nonverbale Kommunikation – Körpersprache

5.1 Blickkontakt

Meist ist ein Gespräch nur in wenigen Augenblicken besonders sensibel. Beispielsweise wenn es um das Vertrauen für bei einer Vereinbarung geht oder bei Begrüßung und Verabschiedung. Fühlen Sie, wenn es eine Situation mit besonderer Vertrauensbildung vorherrscht.

Beim persönlichen Gespräch führt Ihr geradliniger Blick in ein Auge des Gegenübers zum Gefühl, dass Sie “wahrhaftig aufrichtig” sind. Wer immer den Blicken des Gesprächspartners ausweicht, der wird für wenig vertrauenswürdig gehalten oder für jemanden, der Probleme mit sich herumträgt (z. B. geringes Selbstwertgefühl). Es kann als mangelndes Interesse aufgenommen werden, insbesondere von Personen, die es gewohnt sind, in die Augen zu sehen (z. B. Führungskräfte).

Manchmal fällt es einem auch schwer, sich auf das Gespräch zu konzentrieren, wenn man in das Auge sieht. Alternativ können Sie auf den Mund, die Nase oder zwischen die Augen sehen. Oder Sie sehen durch das Gesicht des Gegenübers durch und nehmen es dadurch nicht richtig wahr. So lenkt es beim Zuhören oder Sprechen nicht ab. Beim Nachdenken können Sie auch einen für Sie angenehmen Punkt im Raum bzw. in der Umgebung ansehen.

Grundsätzlich sollten Sie den Blickkontakt während des durchgehend Gespräches halten.

Beispiel: „…also als ich jünger war, habe ich auch nicht jedem im Gespräch in die Augen geschaut und ich bin weder Autist noch leide ich unter irgend einer Krankheit oder Störung…irgendwann ist mir das mal aufgefallen und ich habe dieses Verhalten an mir gezielt beobachtet und herausgefunden, dass ich unsicher anderen gegenüber war, möglichst wenig von mir preis geben wollte und manchmal auch gar nicht angesprochen werden wollte… es war so eine Art Selbstschutzreaktion, denke ich – ich war still, schüchtern (geringes Selbstbewusstsein), introvertiert und unterwürfig… bin das Problem dann gezielt angegangen, indem ich mich solchen Situationen bewusst gestellt habe.“

Wenn Sie den Blicken ausweichen, versuchen Sie herauszufinden, warum das so ist und arbeiten Sie an Ihnen und an der Fähigkeit, Menschen direkt in die Augen sehen zu können. Sie müssen nicht immer in die Augen sehen, aber Sie sollten dazu in der Lage sein.

5.2 Nach vorne lehnen

Nach vorne lehnen signalisiert Interesse, schafft persönliche Nähe und Verbundenheit. Ein kurzes nach vorne Lehnen beim Lachen vertieft die Beziehung ungemein. Das nach vorne Lehnen wirkt bei einer Zustimmung verstärkend. Rücken Sie aber nicht zu nahe, Sie könnten ihn verschrecken, bedrohlich oder dominant wirken. Tun Sie dies, soweit es der Situation angemessen ist.

5.3 Aufrechter Stand

Stehen Sie beim Gespräch, stehen Sie mit beckenbreit gespreizten Füßen mit geradem Rücken und geraden Schultern. Stehen Sie im Wesentlichen Still. Das vermittelt Geradlinigkeit, Stabilität, Vertrauenswürdigkeit.

Wer sich ständig bewegt, vermittelt Unruhe und wenig vertrauenswürdig oder wenig belastbar.

Mit zu breit gespreizten Füßen, nehmen Sie sich zu viel heraus, wirken dominant oder gar angeberisch. Mit den Füßen zusammen strahlen Sie Unsicherheit, Instabilität (man kann Sie leicht umwerfen) aus. Stehen Sie mit den Füßen beckenbreit, drücken Sie aus dass Sie sich nehmen, was Ihnen zusteht, aber nicht mehr. Das gesteht Ihnen Ihr Gesprächspartner auch zu.

5.4 Lächeln

Lächeln führt dazu, dass das Hirn Endorphine produziert, die körperliche und seelische Schmerzen verringern und das Wohlbefinden steigern. Einem Lächeln kann sich kaum jemand entziehen, wenn das Lächeln ehrlich ist. Ein Lächeln ist ansteckend und somit ein Weg, Fröhlichkeit und Wohlbefinden zu übertragen.

Im Bereich der Dienstleistungen und im Service wird das Lächeln als Freundlichkeit aufgefasst.

Lächeln macht Sie sympathisch und ist der nachweislich leichteste und beste Einstieg, jemanden kennen zu lernen. Nette, ehrliche Komplimente oder ein der Situation angepasster Witz (Schmäh) sind zur Kontaktaufnahme hilfreich.

5.5 Spiegeln

Menschen auf „gleicher Wellenlänge“ bewegen sich synchron, lehnen sich gleichzeitig nach vorne, umarmen sich gleichzeitig und geben sich beim Verabschieden gleichzeitig die Hände.

Um mit jemanden auf die gleiche Wellenlänge zu kommen, können Sie dies auch bewusst einsetzen. Das bewusste Einsetzen gleicher Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke, Körperbewegungen bis hin zur Atmung nennt man Spiegeln. Wenn Sie jemanden sehr gut spiegeln, wird er unbewusst ihren Bewegungen folgen. Der „Rapport“ ist hergestellt. Um zu testen, wie gut Sie Ihr Rapport ist, prüfen Sie, ob der Gesprächspartner Ihren Bewegungen folgt. Dann wissen Sie, wie gut Sie synchron sind.

Es ist das stärkste Mittel, sich mit jemanden zu synchronisieren.

Machen Sie es aber nicht zu offensichtlich, sonst fühlt sich der Gesprächspartner „nachgeäfft“. Spiegeln Sie subtil.

(Siehe auch unter NLP: Pacing und Leading, Rapport).

Netzwerktraining: 5. Nonverbale Kommunikation – Körpersprache

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