Hintergrundinformationen zur Lage der westlichen Staaten und Finanzmärkte

Die europäische Zentralbank stellte den Kreditinstituten im Dezember 2011 und März 2012 für drei Jahre unbegrenzt Liquidität zur Verfügung. Die Banken riefen insgesamt rund 1 Billion Euro ab. Dieses Geld befindet sich aktuell noch bei der Zentralbank.

Im Jahr 2012 hat eine bahnbrechende Bewusstseinsveränderung stattgefunden: die europäischen Politiker, Bundes- und Zentralbanken realisierten, dass mehrere Staaten in Europa bankrott sind und sich aus eigener Kraft nicht erholen können. In den USA kam diese Einsicht über deren Zahlungsunfähigkeit schon vor Jahrzehnten. Nachdem das (private!) amerikanische Zentralbanksystem (Federal Reserve) praktisch unbeschränkt Staatsanleihen kauft (quantitative easing), hat sich auch die europäische Zentralbank (EZB) dazu durchgerungen. Das funktioniert so: ein europäischer Staat in Finanznöten emittiert Staatsanleihen und gibt sie der europäischen Zentralbank. Diese druckt Geld in dessen „Gegenwert“ und überweist es dem Pleitestaat. Das kann man sehr lange durchführen, was die USA seit Jahrzehnten vorzeigen.

Die Folge der zunehmenden Geldmenge ist und wird eine höhere Inflation bei Sachwerten bei gleichzeitig niedrigen Zinsen für Geldwerte sein. Der deutsche Staat konnte in den letzten Monaten für unter 0,1% Staatsanleihen ausgeben. Die Staatsanleihen werden durch die Inflation bezogen auf die Kaufkraft weniger wert. Dadurch entschulden sich die Staaten auf Kosten der Anleger. Wer die Käufer sind, wird nicht publiziert. Es ist jedoch bekannt, dass Lebensversicherungsgesellschaften wichtige Käufer sind. Ein sehr großer Teil der betrieblichen Altersvorsorge besteht genau aus solchen klassischen Anlageformen. Wer also sein Geld in Geldwerte wie klassische Lebens- und Rentenversicherungen anlegt, erhält eine seit Jahren und noch jahrelang anhaltende sinkende Rendite. Wenn die Zinsen wieder steigen, brauchen die klassischen Produkte im Schnitt 8,5 Jahre, um auf das dann aktuelle Zinsniveau nachzuziehen.

Prüfen Sie Ihre Lebens- und Rentenversicherungen, betriebliche Altersvorsorge und Geldanlagen, inwieweit sie in Staatsanleihen investiert sind. Ändern Sie ggf. die Anlagestrategie derart ab, dass Sie mehr in Sachwerte investieren und weniger in Geldwerte (klassische Lebens- und Rentenversicherungen).

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